‚Körperwelten‘ am lebenden Modell studiert

„Körperwelten” tun sich derzeit im „Dürener Tor” auf: Der Kunst- und Museumsverein der Stadt Nideggen lud zu einer Vernissage mit der Künstlerin Beata Obst ein. Unter dem lateinischen Titel „Corpus est tempus” (Körper ist Zeit) stellt die Künstlerin überwiegend Aktmalerei aus.

Aachener Zeitung ·
Nideggen ·
18.08.2004

Die großformatigen Bilder, 39 an der Zahl, sind aus Studien am lebenden Modell entstanden. Sie sagen viel aus über das künstlerische Verhältnis zur Wirklichkeit. Professor Dr. Wolfgang Meisenheimer (Düren) sieht in ihnen, wie in einer ausliegenden Mappe zu lesen war, „eine neue Lebens- und Leib-Philosophie”. Er erkennt „Angriffs-, Verteidigungs-, Sehnsuchts-, Traum-, Werbe-, Klatsch- und Drohbilder.” Die Künstlerin arbeitet mit Öl auf Leinwand, die anschließend mit Wachs bearbeitet wird.

Sie wurde 1966 in Neiße (in der Nähe des polnischen Oppeln) geboren, lebt und arbeitet heute aber in Köln. Ausgestellt hat sie schon in vielen großen und kleinen Orten der Welt: von Antwerpen über New York bis Vettweiß. Begrüßt wurden die Vernissage-Gäste von Peter Esser, Vorsitzender des einladenden Vereins. Bürgermeister Willi Hönscheid präsentierte Nideggen als Kunst-Stadt und zündete dabei eine kleine „Bombe”. So berichtete er von fortgeschrittenen Plänen, im „Haus der Familie” eine Kunst-Akademie zu eröffnen, bei der die Teilnehmer vor Ort wohnen können. Bekanntlich wird die idyllisch gelegene, große Anlage vom Bistum Aachen an den Kreis Düren bzw. eine Unterorganisation des Kreises verkauft.

[Wikipaedia] Wolfgang Meisenheimer (* 25. Februar 1933 in Düren) ist ein deutscher Architekt, Hochschullehrer und Autor.

Meisenheimer, als Sohn des Rektors Josef Meisenheimer geboren, machte 1952 das Abitur am Naturwissenschaftlichen Gymnasium Düren. Von 1952 bis 1958 studierte er an der RWTH Aachen. Nach dem Diplom war er von 1959 bis 1961 Mitarbeiter von Hans Schwippert, bei dem er 1964 mit der Dissertation Der Raum der Architektur, Strukturen, Gestalten, Begriffe zum Doktor-Ingenieur promovierte. Seitdem ist er selbständiger Architekt in Düren. Von 1978 bis 1998 war er Professor an der Fachhochschule Düsseldorf für das Lehrgebiet Grundlagen des Entwerfens. Dort war er auch neun Jahre Dekan des Fachbereiches Architektur. Meisenheimer war Gründer der Zeitschrift ad und zehn Jahre Mitherausgeber der Zeitschrift Daidalos. Er fertigte wissenschaftliche Arbeiten zu Grundphänomenen der Architektur (insbesondere Raum- und Zeit-Strukturen). Hierzu hält er regelmäßig Seminare ab.

Wolfgang Meisenheimer ist Gründer und Leiter der Akademie des Deutschen Werkbundes Nordrhein-Westfalen. Er ist Mitglied des Ehrenvorstandes